Daniel Kehlmann: Ruhm; Unterrichtsvorschlag für die Studienstufe

0 Bewertungen
5,60 €

Was solls?

Es ist wohl nicht ganz einfach, einen analytischen Zugang zu dem von Kehlmann als „Roman“ bezeichneten Werk „Ruhm“ zu gewinnen. Am besten wird es wohl sein, man folgt dem Untertitel des Werks und nimmt diesen beim Wort: Ein „Roman in neun Geschichten“.

Was ist mit den neun Geschichten, die den Roman (angeblich) ausmachen?

 Ein besonderes Problem in fast allen Geschichten stellt der Prozess des Erzählens selbst dar, genauer: die Frage nach dem Zusammenhang von erzählter Fiktion und Wirklichkeit, wobei man sehr schnell in Verwirrung gerät, wenn es darum geht, die Begriffe „Wirklichkeit“ und „Fiktion“ im Rahmen eines Erzählganzen präzise zu trennen und gegenüberzustellen.

Und dann natürlich die Frage: Was macht aus den neun Geschichten einen „Roman“?

 Bestimmt werden die Leser an einzelnen Stellen an ihr eigenes Leben bzw. an Figuren aus ihrem Umfeld erinnert werden. Das sollte nicht stören, sondern es sollte eher Anlass sein, sowohl über das von Kehlmann Erzählte als auch über das, was wir aus unserem Umfeld assoziieren, nachzudenken.

 Auf einen Aspekt sei besonders hingewiesen: Kehlmann spielt gelegentlich mit dem Leser. Er nimmt nicht alles todernst. Manches ist ironisch, manches ist witzig gemeint. Manche Einfälle  überraschen, scheinen sogar den Autor selbst überrascht zu haben, wie etwa der Mann mit der roten Mütze, und wir sollten nicht überall allzu tief bohren wollen und uns gelegentlich einfach damit zufriedengeben, dass wir den einen oder einer anderen Einfall als guten Einfall empfinden und ihn so auch akzeptieren (und wenn nicht lauthals lachen, so doch leise schmunzeln).

Über den Author

Friedel Schardt

Durchschnitts­bewertung

Artikel Details

Fragen & Antworten

Bewertungen & Kommentare